Neues von der Rentenversicherung

Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) und Beitragssätze (BS) 2016

Die BBG geben an, bis zu welchem monatlichen Bruttogehalt Beiträge zur Rentenversicherung (RV), Arbeitslosenversicherung (AV), gesetzlichen Krankenversicherung (GKV – AOK etc.) und Pflegeversicherung (PV) bezahlt werden müssen.

In 2016 betragen die BBG nun monatlich in der

RV + AV        € 6.200,00

GKV + PV       € 4.237,50

Der BS in der RV ist gesenkt worden. Er beträgt nun 18,7   %.

In der GKV beträgt der BS nun nur noch 14,6 % (einheitlich für alle deutschen GKV-Krankenkassen). Allerdings steht es den Krankenkassen frei, einen individuellen Zusatzpbeitrag zu erheben. Effektiv hat sich bei den meisten Krankenkassen der effektive Beitrag am 01.01.2016 erhöht. Der Durchschnitt des Zusatzbeitrages beträgt nun 1,1 Prozent, der Eigenbeitrag 8,4 Prozent, der Gesamtbeitrag 15,7 Prozent (der Einheitsbeitrag betrug bis zum 31.12.2014  15,5%).

In der PV ist der Beitragssatz in 2015 auf 2,35 % erhöht worden (Kinderlose 2,60 %).

Anmerkung:

Die Beiträge zur RV, AV und PV zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte.

Vom aktuellen Einheitsbeitrag zur GKV zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,3 %. Arbeitnehmer zahlen darüber hinaus zusätzlich den von ihrer GKV festgelegten Zusatzbeitrag (zur Zeit bis zu 1,2 % und mehr. Der Arbeitgeberbeitrag ist eingefroren. Das bedeutet, eventuelle Erhöhungen gehen künftig voll zu Lasten der Arbeitnehmer. Effektiv beträgt der Arbeitnehmeranteil somit bis zu 8,4 % und mehr.

Bei Rentnern sieht es etwas anders aus:

Beiträge zur RV und AV fallen nicht an. Das gilt auch für Rentner, die noch nebenbei arbeiten.

Für alle in der GKV versicherten Rentner (etwa 80 %) gilt das Gleiche wie für die Beschäftigten: von ihrer Bruttorente werden bis zu 8,4 % und mehr abgezogen. Die restlichen 7,3 % zahlt die DRV. Sie überweist die GKV-Beiträge an die jeweilige GKV (AOK, Barmer etc.). Für Rentner, die nebenbei arbeiten, erhöht sich der GKV-Beitrag entsprechend ihrem Verdienst, bis zum jeweiligen Höchstwert (in 2016 bis 4.237,50 Euro). Das gilt nicht für Minijobs (bis € 450,00).

Alle nicht in der GKV pflichtversicherten Rentner (privat Krankenversicherte – PKV – und freiwillig in der GKV Versicherte) erhalten zur Zeit einen Zuschuss zu ihrer Bruttorente in Höhe des halben durchschnittlichen Beitragssatzes in der GKV von 7,3 % ihrer Bruttorente. Diese Rentner bezahlen ihre Beiträge an ihre jeweilige PKV/ GKV selbst.

Ihre PV-Beiträge in Höhe von 2,35 % oder 2,60 % (Kinderlose) zahlen Rentner seit einigen Jahren zu 100 % allein von ihrer Bruttorente.

Rentenerhöhungen in 2013/2014/2015/2016

In 2013 wurden die Renten in den alten Bundesländern um 0,25 Prozent erhöht. Dies resultiert daraus, dass die alte Bundesregierung in 2009 eine Senkung der Renten verhindert hat, indem sie ein Sondergesetz verabschiedet hat. Diese Rentensenkung wurde in den Jahren 2011 bis 2013 nachgeholt, so dass die Rentenerhöhungen entsprechend niedriger ausgefallen sind. In 2014 wurden die Renten um 1,67 % erhöht. In 2015 erfolgte eine Erhöhung von etwa 2,1 Prozent. In 2016 ist eine Erhöhung von 4,25 Prozent erfolgt.

Die Rentenerhöhungen in den neuen Bundesländern sind höher, da dort die Lohnerhöhungen höher sind als in den alten Bundesländern. Die Renten in den neuen Bundesländern betragen zur Zeit etwa 94 Prozent der Renten in den alten Bundesländern.

Rentenerhöhungen seit 2003 (%)

2003    1,04
2004    0,00
2005    0,00
2006    0,00
2007    0,54
2008    1,10
2009    2,41
2010    0,00
2011    0,99
2012    2,20
2013    0,25
2014    1,67
2015     2,10
2016     4,25

Grenze für Hinzuverdienst

Diese wurde in 2013 von 400 auf 450 Euro brutto im Monat erhöht.

Anhebung der Hinzuverdienstgrenze auf 450 Euro ab 01.01.2013

Die Hinzuverdienstgrenze für Rentner, die noch nicht die sogenannte Regelaltersgrenze erreicht haben (Jahrgang 1952 = 65 Jahre und 6 Monate, wird bis Jahrgang 1964 angehoben auf 67 Jahre), ist am 01.01.2013 auf 450 Euroangehoben worden.

Das bedeutet, dass diese Rentner bis zu 450 Euro brutto monatlich verdienen können, ohne dass ihre Rente gekürzt wird. Nach ihrem 65. Geburtstag bzw. nach Erreichen ihrer Regelaltersrente *)  können Rentner soviel hinzu verdienen, wie sie wollen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird.

Für Rentner mit einer Erwerbsminderungsrente ist die Hinzuverdienstgrenze höher. Sie wird nach einer komplizierten Formel errechnet. Die Hinzuverdienstgrenze wird von der DRV im Rentenbescheid genannt.

Rentenversicherungs- nachhaltigkeitsgesetz

Dieses Gesetz gilt seit dem 01.01.2005.

Es bestimmt, dass die tatsächliche Ausbildungszeit („Lehre“) bis zu einer Dauer von 36 Monaten angerechnet wird, und zwar mit 75 % des Durchschnittsentgelts. Pro Jahr werden 0,7500 Entgeltpunkte (EP) angerechnet. Ein EP ergibt seit dem 01.07.2015 eine monatliche Rente von 30,45 Euro brutto. Auf die so errechnete Rente wird der geringe Rentenanspruch aufgrund der tatsächlich während der Ausbildung gezahlten Rentenbeiträge angerechnet.

Zeiten des Schulbesuchs und des Hochschulbesuchs nach dem 17. Lebensjahr werden seit dem 01. Januar 2009nicht mehr bei der Rente berücksichtigt. Die Zeit der Schul- und Hochschulausbildung wird nur noch für die so genannte Wartezeit, also die Berechnung von erforderlichen Mindestrentenzeiten, berücksichtigt, und zwar maximal für 8 Jahre.

Eine Ausnahme gilt für Zeiten der Fachschulausbildung. Sie wird bis zu 36 Monaten mit 75 % des Durchschnittsentgelts berücksichtigt. Allerdings haben Fachschulzeiten Vorrang vor Ausbildungszeiten. Insgesamt werden für Fachschulzeiten und Ausbildungszeiten nur 36 Monate berücksichtigt.